Die Lüge vom Schreibtalent

Die Lüge vom Schreibtalent

Meistens bin ich ein entspannter Mensch, aber jedes Mal, wenn ich den Begriff „Talent“ höre, könnte ich wirklich durch die Decke gehen! Egal, ob „Dafür fehlt mir einfach das Talent.“ oder „Ich habe einfach kein Talent für xxx.“ – ich könnte jedes Mal schreien.

Warum? Ganz einfach: Dieser Begriff ist für mich in der Alltagssprache überstrapaziert und noch dazu irreführend. Vielleicht zweifelst gerade du an deiner Fähigkeit zu schreiben? Dann lies dir meinen Artikel durch.

Der Schreibtalentmythos als Lüge entlarvt

Der Begriff „Talent“ hat eine lange Geschichte und in der deutschsprachigen Kunst schon Tradition. Er hat jedoch ein großes Problem: Er ist in die Jahre gekommen und unangemessen. Die Frage ist doch stets, wie du Talent bemessen möchtest: qualitativ – weil das „Talent“ herausragende Texte schreibt, quantitativ – weil es in großen Mengen produziert, oder vielleicht gar künstlerisch – weil es die Welt so ganz anders wahrnimmt und darstellt.

Unabhängig davon, wie du ein Talent qualifizieren willst, bleibt die Frage danach, von wem der/die Besondere zum Schreibtalent erkoren wird: von der Lehrerin in der Schule, einer Jury bei einem Schreibwettbewerb, Verlag-Scouts? Diese universal wirkende Bedeutung von Talent ist von vielen verschiedenen Faktoren (zeitlich, ökonomisch, sozial, …) abhängig, sodass es eine Lüge ist, zu behaupten, es gäbe das „Talent“, das von allen anerkennt wird.

„Nicht-Talente“ werden schon früh „entdeckt“

Du hast es doch auch in der Schule oder zu Hause gehört: „Ach, er hat so gar kein Talent für Mathematik“, „Das Praktische ist einfach nicht ihres“ oder „Also Schreiben können deine MitschülerInnen so gar nicht.“. Sicherlich fällt dir nicht alles gleich leicht, aber das Meiste davon ist erlernbar, indem man mit dem Bewusstsein übt, dass dieses Üben einen Unterschied machen kann. Daher wäre der Begriff „Talent“ vollkommen demotivierend.

Für mich passt das nicht mehr in das heutige Bild von Lernen, denn es nimmt Chancen und zeichnet ein verklärtes Bild des Schreibens. Kein Talent der Welt hilft dir, wenn du nur faul auf dem Sofa sitzt und nicht richtig arbeitest.

3 Tipps, um dein Schreiben zu verbessern

Disziplin (die „gute“ Form der Disziplin)

Die Disziplin, sich regelmäßig hinzusetzen und zu schreiben, egal ob du gut oder schlecht gelaunt bist. Einfach nur schreiben, und das am besten jeden Tag. Mache das Schreiben zu deiner täglichen Übung. Schon Ray Bradbury sagte: „Write a short story every week. It’s not possible to write 52 bad short stories in a row.

Mut

Den Mut, immer wieder etwas Neues auszuprobieren, an deine eigenen Grenzen zu gehen und diese zu überwinden, denn nur, wenn du dich aus deiner Komfortzone bewegst, hast du die Chance zu wachsen.

Offene Ohren

Du brauchst Menschen, auf deren Feedback du vertraust. Menschen, von denen du weißt, dass sie dich mit ihrem konstruktiven Feedback unterstützen. Nur beim Zuhören, wie etwas ankommt, erkennst du deine Stärken und kannst an deinen eigenen Schwächen arbeiten.

Bonus-Tipp für mehr Weitsicht

Manchmal hilft es, persönliche Texte von bekannten Schreibenden zu lesen, denn dort kannst du sehen, dass es nicht auf das Talent ankommt, sondern auf das Tun und vor allem das Weitermachen, auch wenn es schwierige Zeiten beim Schreiben gibt.

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