Anleitung zum Nichtschreiben

Anleitung zum Nichtschreiben - Blogartikel

Kaum sitze ich morgens beim entspannten Frühstück ertönt ein Chor an Benachrichtigungstönen, der so dröhnt, dass mir das Smartphone fast in den geliebten Kaffee fällt. Der Grund für diese Störungen? Die falsche Annahme, dass jede immer etwas auf Social Media oder irgendwelche E-Mails schreiben muss.

Um dich vor dir und diesem Schreibzwang zu schützen, habe ich folgende Anleitung zusammengeschrieben, damit du eine erfolgreiche Nichtschreiberin wirst und als solche auch garantiert bekannt bist – instant fame, ohne viel Training.
(Spoiler: Bitte bis zum Ende lesen!)

Schritt 1: Schreibe nur, wenn du schreiben musst

Schreiben stresst dich, also verbringe so wenig Zeit wie nur möglich damit. Musst du für deine Arbeit etwas schreiben? Dann setze dich nur dafür hin. Schreibe kein Tagebuch oder Journal, denn das wühlt nur Emotionen auf, die bei deinen beruflichen Texten stören.
Niemand will Geschichten über dich oder deine Gefühle hören. Schreib lieber 08/15-Texte, die auch die neueste Textproduktions-KI herstellen könnte.

Schritt 2: Struktur – das hat doch nichts mit Schreiben zu tun?!

Einer der größten Fehler beim Schreiben ist der Gedanke, dass Strukturen und Gliederungen dir dabei helfen, dein Schreibprojekt zu erledigen. Eine Struktur zwingt dich nur dazu, dir den Aufbau deines Textes zu überlegen, und das kostet Zeit.

Für dich als Schreibende ist das vollkommen irrelevant. Die Lesenden werden sich schon zurechtfinden, und wenn nicht, dann machen sie keinen guten Job. Du wirst schließlich dafür bezahlt, die Texte zu schreiben, aber nicht dafür, dass andere deine Texte verstehen.

Schritt 3: In 10 Minuten zum fertigen Text

Beim Schreiben steht das Endprodukt, dein fertiger Text, im Mittelpunkt. Nimm dir für die nächsten 700 Wörter nur 10 Minuten Zeit, schreibe alles runter, was dir einfällt, drucke es aus oder veröffentliche es und schaue es danach nie wieder an. Aus den Augen, aus dem Sinn. So fallen die 10 Minuten gar nicht ins Gewicht, und danach kannst du wieder lustige Sachen machen.

Schritt 4: Feedback ist nur für Unsichere  

Feedback – das Schlimmste überhaupt. Dieser Blick von außen ist höchst subjektiv, denn es gibt ja immer etwas zum Nörgeln.

Du kennst dich sowieso mit deinen Themen aus, also warum brauchst du Feedback? Das wird nur von unproduktiven Kritikern oder Ja-Sagern gegeben, also vergiss es!

Nur jemand, der beim Schreiben unsicher ist, bittet um Feedback.

Falls du doch einmal unsicher bist, gib den Feedbackgebenden überhaupt keine Instruktion, wie er beim Feedback vorgehen soll. Er oder sie weiß doch schon, was zu machen ist  und was du erwartest, also verschwende keine Zeit damit.

Schritt 5: Nur ein Feigling überarbeitet den Text

Stundenlang über deinem Text zu brüten, Wort für Wort und Satz für Satz zu überarbeiten, damit du das Beste rausholst? Nein, das bist nicht du, dafür hast du überhaupt keine Zeit.

Du schreibst deinen Text in 10 Minuten und brauchst keine Überarbeitung. Nur Feiglinge brauchen diesen weiteren Schritt.

Sei stark und kein Feigling.

Profitipp am Ende: Befolge alle Schritte auf einmal, damit du garantiert eine erfolgreiche Nichtschreiberin wirst.

Crashkurs Creative Writing

Wie du vielleicht bemerkt hast, schwingt eine gesunde Portion Humor in dem obigen Text mit. Sieh ihn als ironische Anleitung, aber auch als Zusammenfassung einiger Schreiberfahrungen meiner KundInnen.

Hier gibt es einen kleinen Crashkurs, der dich garantiert ins Schreiben bringt:

  1. Versuche das Schreiben regelmäßig in deinen Alltag zu integrieren. Wer viel schreibt, trainiert seinen Schreibmuskel und kann auch in herausfordernden und stressigen Schreibsituationen entspannt bleiben.
  2. Überlege dir eine Struktur für deine Texte, denn so kannst vollkommen in den Schreibfluss eintauchen, weil du weißt, was als nächster Schritt kommt.
  3. Nimm dir genug Zeit für das Schreiben deiner Texte. Schreiben ist ein Prozess, der aus einzelnen Phasen besteht. Den Text etwas ruhen zu lassen, um mit einem neuen Blick in die Überarbeitung zu gehen, ist wertvoll und verbessert die Qualität des Geschriebenen.
  4. Feedback für deine Texte einzuholen, ist ein wichtiger Schritt dafür, dass deine Texte besser und professioneller werden. Der Blick von außen ist durch nichts zu ersetzen.
  5. Überarbeite deine Texte – denn so werden sie knackig und kross! Denn niemand mag das zähe Textsemmerl von gestern naschen.

Sei stark, schreibe und inspiriere!

Und nun?

Wenn du eine Frage zum Thema Schreiben hast, kannst du hier gerne ein kostenloses Schreibstrategie-Gespräch mit mir buchen. Ich freue mich auf dich und deine Texte!

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